GEWOHNHEIT ODER LEBEN? – von Aureliana

Gewohnheit führt uns vom Leben fort. Automatisierte Handlungen führen zu automatisiertem Leben. Doch automatisiertes Leben ist, bei genauerer Betrachtung, eigentlich Leblosigkeit. So wird Veränderung verhindert, doch Veränderung ist nötig um Wachstum zu erleben. Wenn kein Raum für Neues gegeben wird, kann die Seele nicht wachsen, nicht noch mehr in diesen Körper hineinwachsen, sich darin ausdehnen.

 

Gewohnheit ist somit Stillstand – sich wiederholende Handlungen – immer gleiche Abläufe Tag ein Tag aus, führen nur dazu um zu überleben, doch dies ist nicht Leben. Immer wieder die gleichen Erfahrungen, möglicherweise mit anderen Personen, anderen, doch ähnlichen Situationen in denen man verhaftet bleibt, aus den vorangegangen erklärten Gründen (Schuld, Angst). Der Verstand versucht die Seele zu schützen, und entwickelt so etwas Ähnliches wie Watte, die er als Puffer zwischen die unbequemen Situationen und die Seele, das Herz des Menschen, schiebt.

 

Man erkennt einen solchen Schutzmechanismus daran, wenn man sich an unerfreuliche, manchmal sogar unerträgliche Lebensumstände gewöhnt hat. Wenn man „gelernt“ hat, mit gewissen Behinderungen zu leben, mit widrigen Umständen umzugehen. Sei es finanzieller Mangel, Mangel an Selbstliebe, unbefriedigende oder lieblose Partnerschaft, Probleme am Arbeitsplatz u.s.w. All dies ist Gewohnheit, aber keinesfalls Leben.

 

Leben ist vielmehr ERLEBEN. Richtiges, oder besser gesagt, wahrhaftiges Leben, ist in erster Linie Erleben im Gegensatz zu gewohnheitsmäßigem Leben welches reduziert ist auf das reine Überleben, mit besten falls ab und zu beglückenden Ereignissen. Leben ist reine Lebensfreude. Wahrhaftes Leben kennt keinen Kampf ums Überleben. Wahrhaftes Leben sprudelt aus sich selbst heraus. Es ist neugierig, spontan, unternehmungslustig, danach bestrebt Neues auszuprobieren, bereit die eigenen Grenzen zu überschreiten, diese manchmal auch zu sprengen um über sich selbst hinauszuwachsen.

Jenes Leben welches sich in erster Linie auf das Überleben konzentriert, reduziert hat, ist Vergeudung von wertvoller Lebenszeit, schonungslos  ausgedrückt – eine verschwendete Inkarnation. Denn im Überleben ist kein Platz für die Seele um die Erfahrungen zu machen für die sie eigentlich inkarniert ist.

 

Wahrhaftes Leben ist Glückseligkeit und keinesfalls ein Zustand der erst nach dem physischen Tod eintreten soll, nein es ist hier ein Zustand im irdischen Sein gemeint.

 

Das Leben ist vergleichbar mit einem Puzzle-Spiel ohne Vorlage. Man nimmt den ersten Stein in die Hand und beginnt. Man sucht das erste passende Stück. Manchmal findet es sich gleich, und manchmal sucht man eine Weile. Und manchmal legt man es wieder weg und beginnt dann zuerst alle Randstücke zusammen zu suchen. Hat man den Rahmen findet man etwas Passendes links oben und es geht weiter und dann wiederum versucht man links unten, plötzlich hat man mehrere größere Teile und kann sie schon teilweise zusammensetzen. Dann wiederum legt man das Spiel eine Weile zur Seite weil man die Lust daran verloren hat und macht erst nach einigen Tagen oder Wochen weiter … Nimmt man es nicht mehr zur Hand, steckt man in der Gewohnheit fest. Beginnt man zu leben hat man Ende – wenn man geduldig dran bleibt – alle Teile zu einem  großen Ganzen zusammengefunden.

 

Laßt uns die Gewohnheit fliehen! Sie würgt den Menschen,

sie lenkt ihn von der Wahrheit ab und führt ihn vom Leben fort!“

Klemens von Alexandrien (um 200 )

 

Wie wirkt sich all dies – Angst, Schuld und Gewohnheit – auf unsere Beziehungen und unser Liebesleben  aus?

 

Sehr gerne helfe ich Dir in einen persönlichen Gespräch von der Gewohnheit ins ERLEBEN zu finden!

Ich bin mit Herz und Seele für Dich da – Aureliana

 

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