Dem Weihnachtsstress ein Schnippchen schlagen – von Barbara Heller

Geht es Ihnen auch so? Sie sehen der Advents- und der  Weihnachtszeit mit Bangen oder sogar mit Angst und Grauen entgegen Sie geben sich immer so viel Mühe, alles und jedem recht zu machen und eine friedliche und harmonische Stimmung zu zaubern.  Konnten jedoch Streit und Nörgeleien unter Ihren Lieben nicht vermeiden.

Da sind doch Gründe genug, dass wir uns Gedanken zum Weihnachtsfest zu machen.

Warum Weihnachten häufig in Stress endet

Laut Statistik leiden die meisten Menschen unter Weihnachten, weil sie die Feiertage als extrem stressig erleben und das beginnt schon in der Vorweihnachtszeit. Männer geraten in Stress, weil sie sich mit Geschenkesuche schwertun. Frauen setzen sich unter Druck, weil sie alles so planen und organisieren wollen, dass es ein harmonisches Weihnachtsfest wird und alle stehen unter Zeitdruck.

 

Weihnachten steht wieder genauso unerwartet schnell vor der Tür wie jedes Jahr.

Der Stress bringt viele Familien so weit, dass sie sich schon vor Weihnachten über das eigentliche Weihnachtsfest streiten. Viele unterschiedliche Punkte tragen zu den Konflikten, zu Wut und Enttäuschung bei:

  • Es  werden mit dem Weihnachtsfest übergroße romantische Erwartungen verbunden, ein falsches Bild gemalt. Auf dem Bild sehen wir Weihnachten so: Es schneit, wir sitzen mit unseren Lieben im Kerzenschein friedlich zusammen, sind erfüllt von Liebe und Geborgenheit. Kommt es dann nicht so, sind wir traurig oder sogar verzweifelt, zweifeln an uns selbst oder geben den anderen die Schuld.
  • Die Tage vor Weihnachten werden mit Hektik angefüllt: die Plätzchen müssen noch gebacken werden, die Geschenke besorgt/gebastelt und verpacken werden, die Zutaten für das Festessen sind einzukaufen. Auch der Christbaum muss noch gekauft und geschmückt, die Weihnachtskarten sind noch nicht geschrieben, und ein Hausputz steht auch noch auf der Liste. Wenn wir das alles noch erledigen, sind wir völlig ausgelaugt und gehen mit bloß gelegten Nerven in das Weihnachtsfest. Wir sind gereizt und die allerkleinste Andeutung fassen wir als Kritik auf. Wir haben keine oder nur wenig Geduld mit unseren Lieben, die auch die Vorweihnachtszeit erleben und vielleicht auch Stress haben.
  • Es werden aus einem falschen Pflichtgefühl heraus Familienangehörige eingeladen, die wir noch nicht einmal leiden können. Dann ist vorprogrammiert, dass im Laufe des Abends die alten Streitpunkte wieder aufkommen. Eventuell nervt die Schwiegermutter mit ihrem ewigen Gejammer über die Nachbarn, der Schwager regt sich über „Gott und die Welt“ auf und vertritt eine Meinung, mit der wir überhaupt nicht gleich gehen, die Schwester lobt ihre Kinder über den grünen Klee und wie gut sie alles gemacht hat.

Wir sind alle aus unserem Alltag herausgerissen und werden einen ganzen Abend mit den Familienmitgliedern konfrontiert. Wir haben es alle nicht gelernt, zusammen einfach nur glücklich zu sein und den Abend zu genießen.

  • Unsere Vorstellungen, was wir unseren Lieben anbieten wollen, stimmt nicht immer mit deren Bedürfnisse überein. Oftmals überhäufen wir sie mit einem opulenten Essen. Wenn sie dann den x-ten Teller ablehnen, kommt der Satz:“ Das habe ich doch extra für euch gekocht. “
  • Selbst während des Festessen und dem „gemütlichen“ Beisammensein machen wir uns ununterbrochen in der Küche zu schaffen. Die Kinder haben es sich im Wohnzimmer gemütlich gemacht. Wir machen unserem Unmut Luft, dass uns niemand hilft. Die Reaktion: “Du bist doch selbst schuld, wenn du so viel machst. Für uns wäre das nicht nötig, wir haben es nicht von dir verlangt”.
  • Wir wollen das Zusammensein endlich nutzen, um ganz viel von unseren Kindern über deren Leben, deren Ziele etc. erfahren. Wir sprechen Themen an: “Wann machst Du Dein Examen?” “Wann heiratest du/ihr endlich?” “Wann kommt endlich der ersehnte Nachwuchs?” Unsere Kinder werden immer wortkarger, fahren uns über den Mund oder verdünnisieren sich.
  • Wir lassen uns z. B. auf eine Diskussion über Erziehung unserer Enkelkinder ein. „Sei doch strenger mit ihnen” „ Sei doch nicht so streng zu ihnen“ oder aber “Zu unserer Zeit hat es sowas nicht gegeben!„
  • Vielleicht ist es das einzige Treffen im Jahr, an dem unsere Kinder sich sehen. Dann kommen alte Rivalitäten hoch, wer musste der Mutter immer helfen, wer wurde mehr geliebt, wer wurde vorgezogen.
  • Dann kommt auch noch der Alkohol ins Spiel, der fördert die Streitbereitschaft und lockert die Zungen. macht.

8 Tipps zum Entstressen der Advents- und Weihnachtszeit

TIPP 1

Sprechen Sie lange vor dem Fest mit den Angehörigen ab, wie sich jeder das Fest vorstellt. Finden Sie wenn nötig Kompromisse!

Teilen Sie ein, wer wofür zu welchem Zeitpunkt zuständig ist und geben Sie auch Aufgaben ab !!!!

  • Wer kauft den Christbaum und schmückt ihn?
  • Wer macht das Dessert
  • Wer ist für den Hauptgang zuständig?
  • Wer besorgt die Getränke?

Womöglich gibt es Diskussionen und Kompromisse müssen gefunden werden. Besser jedoch, es gibt bei der Planung Auseinandersetzungen, als am Fest.

TIPP 2

Erlauben Sie sich auch, einmal aus den (Familien-) Traditionen auszubrechen. Wenn niemand bereit ist, Sie bei und mit den Vorbereitungen zu unterstützen, dann gibt es eine Bratwurst und Kartoffel-salat. Ich kenne einige Familien, die dann geruhsam, fröhlich und friedlich miteinander den Abend genießen.

TIPP 3

Lassen Sie sich genügend Freiräume. Akzeptieren Sie, wenn jemand nicht zum Fest kommen möchte. Es verdirbt Ihnen und den anderen nur die Stimmung, wenn an Heiligabend einer oder eine muffig unterm Christbaum sitzt.

TIPP 4

Überlegen Sie, ob Sie unbedingt alle Angehörige zum gleichen Zeitpunkt einladen wollen.  Wenn zwei nicht miteinander können, führt dies unmittelbar zu Spannungen. Treffen Sie sich getrennt mit ihnen.

TIPP 5

Weihnachten ist nicht der gegebene Anlass, um ernsthafte Grundsatzdiskussionen mit Ihren Ange-hörigen zu führen. Sollte es doch zu Diskussion kommen, dann üben Sie sich in Geduld und Akzep-tanz.  Vermeiden Sie eine Eskalation. Kleine Sätze wie dieser helfen die Wogen flach zu halten oder zu glätten: „ Ok, ich akzeptiere deine Ansicht, ich denke darüber anders. Lass uns ein anders Mal darüber sprechen.“

TIPP 6

Geht es nicht nur um den Heiligenabend, sondern über „Gesamtweihnachten“ überlegen Sie sich vorher, welche Aktivitäten Sie Weihnachten anbieten könnten: spielen, spazieren gehen, etwas vorlesen, ein Besuch im Kino (Karten vorbestellen), ein Besuch im Museum, Galerie….

Tatenloses Herumsitzen fördert die Unzufriedenheit und damit kommt die Gereiztheit

TIPP 7

Erlauben Sie den Gästen, sich auch allein zu betätigen, mal alleine einem Spaziergang zu machen, oder Bekannte zu besuchen oder was auch immer.

TIPP 8

Fangen Sie jetzt an, alle zu erledigende Aufgaben im Kalender einzutragen und tun Sie es dann auch an dem Tag. Tragen Sie die Termine so ein, dass alles zum frühstmöglichen Zeitpunkt getan werden kann. Denn alles was erledigt ist, bringt Gelassenheit und Sie werden merken, wie Ruhe und Kraft Ihnen erhalten bleibt, wenn Weihnachten wirklich vor der Tür steht.

 

Weihnachtsrituale

Fangen Sie vielleicht langsam an die „alten“ Gewohnheiten zu ändern, wenn es zu krass werden würde.

  • Reduzieren Sie Vorbereitungen
    Hierzu besprechen Sie sich am Besten lange vor dem Fest mit den Angehörigen, dass jeder einen Teil der Vorbereitungen übernimmt.
  • Reduzieren Sie das Menu auf Zwei Gänge, die Sie gut vorbereiten können und nur noch vom Kühlschrank in den Backofen oder auf den Tisch kommen.
  • Gemeinsame Spiele oder Spaziergang einplanen, um mal einen anderen Ablauf zu haben.

Wollen Sie einen radikalen Schritt machen und mit Ihrem Mann alleine feiern? Dann bieten Sie doch  Ihren Angehörigen an, sich an einem Adventssonntag oder in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zu treffen. Vermitteln Sie ihnen, dass Sie sich einfach kuscheliges Weihnachten nur mit Ihrem Mann wünschen. Vielleicht sind diese Ihnen sogar Dankbar????

Advent ist …

Aufmerksamkeit
Dank
Vertrauen
Erholung
Neubeginn
Trost

Frohe, friedvolle, geruhsame Advents- und Weihnachtszeit

 

Wünscht Ihnen

Ihre Barbara Heller

 

Zum Profil:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.